5_terre des hommes Strassenumzug von Videos y Rollos im Stadtteil Bosa in Bogotà. Videos y Rollos

In Kolumbien setzen viele Friedensinitiativen auf künstlerische und kreative Ansätze, um die Gewalt in den Städten zu bekämpfen. Gute Beispiele dafür sind die Jugendorganisationen Asociación juvenil Videos y Rollos im Stadtteil Bosa in Bogotá und Barrios del Mundo im Stadtteil Chapinero. Sie bieten Jugendlichen Kurse in Musik, Theater, Video, Foto oder bildnerischem Gestalten an, wobei es letztlich nicht nur um die Kunst geht, sondern auch darum, den Jugendlichen neue Entwicklungsperspektiven zu geben. Denn neben dem Erlernen verschiedener Techniken steht immer auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit bestimmten Themen im Vordergrund. Die Jugendlichen lernen Ideen und Meinungen auszutauschen sowie unterschiedliche Standpunkte zu akzeptieren.

Für die Jugendlichen stellt Kunst eine Möglichkeit dar, ihre Meinungen, Gefühle und Beschwernisse zu gesellschaftlichen und alltäglichen Themen auf vielfältige Art und Weise zu äussern. Der Prozess ist immer darauf gerichtet, kritische und ausdrucksstarke Jugendliche hervorzubringen. Es ist wichtig, den Jugendlichen verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten in die Hand zu geben. Denn wer sich nicht ausdrücken kann, wird auch nicht verstanden. Wer nicht verstanden wird, wird nicht gehört. Und wer permanent nicht gehört wird, wird nicht einbezogen, was wiederum Aggression und Gewalt fördert.

Des Weiteren fördern solche Kunstprojekte eine aktive Mitgestaltung des Quartiers der Jugendlichen. Den jährlichen Höhepunkt bildet ein Kulturfestival im Stadtteil. Durch die gemeinsam durchgeführten Aktivitäten erfahren die Jugendlichen nicht nur gegenseitige Anerkennung, sondern auch einen gewissen Respekt, was wiederum mit einer Erhöhung des Selbstwertgefühls und einer Stärkung der sozialen Bindungen einhergeht.

terre des hommes schweiz unterstützt solche Projekte der Gewaltprävention mit Jugendlichen etwa in Bogotá, Medellín, Cali und im Cauca.