Aktion in Gedenken an die Opfer des bewaffneten Konflikts, Bogotá, 2016. Copyright: PBI Aktion in Gedenken an die Opfer des bewaffneten Konflikts in Bogotá, 2016. Peace Brigades International

Die Lage der MenschenrechtsverteidigerInnen (MRV) in Kolumbien bleibt auch im Kontext der Friedensverträge zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) besorgniserregend. Zwischen Januar und Juni 2016 wurde laut der Organisation Somos Defensores jeden zweiten Tag ein/e MRV angegriffen und jeden fünften Tag eine/r ermordet. Der Grossteil dieser Verbrechen wird aufgrund der strukturellen Straffreiheit nicht geahndet.

Besonders stark gefährdet sind Land- und UmweltaktivistInnen. Peace Brigades International (PBI) und Peace Watch Switzerland (PWS), die MRV durch internationale Präsenz, Beobachtung und Begleitung schützen, berichten hier über zwei Fälle.

Zwischen dem 17. und 21. November 2016 wurden vier Gemeinschaftsführer in Kolumbien ermordet und drei überlebten Mordversuche. Der Aktivist Argemiro Lara, Anführer und Mitglied mehrerer Organisationen, die sich für die Landrechte und Landrückgabe der BäuerInnen im nördlichen Departement Sucre einsetzen, ist einer der Überlebenden. Dank seinem Leibwächter blieb er beim Angriff auf seine Person unverletzt. Aufgrund seines Engagements wurde Lara schon mehrfach Opfer von Einschüchterungen und Bedrohungen, die er stets anzeigte, ohne dass dies jedoch Konsequenzen für die Täter hatte. PBI begleitet diesen Fall.

Seit April 2016 sitzt der Menschenrechtsverteidiger Alvaro García ohne rechtskräftige Verurteilung in Haft. Alvaro ist einer der wichtigsten Aktivisten im Landprozess der beiden Gemeinden Bella Unión und El Guayabo, die akut von Vertreibung von ihrem Land bedroht sind. Die falschen und unbegründeten Anschuldigungen gegen Alvaro sind Teil einer umfassenderen Strategie, Anführer de Gemeinde zu kriminalisieren. Drei weitere Anführer mussten sich über ein halbes Jahr versteckt halten, bevor sie von allen Anschuldigungen freigesprochen wurden. Hiermit wird auch das Ziel verfolgt, den Rest der BewohnerInnen einzuschüchtern, ihren Gemeinschaftsprozess zu schwächen und gezielt die Abwesenheit auszunutzen, um Fakten zu schaffen und sich illegal neues Land anzueignen. PWS begleitet diesen Fall.