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international Workshop-Teilnehmende diskutieren über das Potential von künstlicher Intelligenz und Technologie für die Friedensförderung. Gabriel Hill

Können Online-Handelsbeziehungen zur Förderung einer friedlicheren Welt beitragen?

Im vergangenen Januar nahm Hanne Melin Olbe, Director Global Public Policy bei eBay Inc., am ersten Basel Peace Forum teil. Nach ihrem Beitrag zum Workshop über künstliche Intelligenz und virtuelle Marktplätze in der Friedensförderung erwägt sie in einem auf Medium.com veröffentlichten Artikel die Rolle, die ein neues und inklusiveres Handelsmodell für die langfristige Friedensförderung spielen könnte.

Sie beschreibt, inwiefern die Online-Handelsplattform Handelsstrukturen zulässt, die vom traditionellen Handel abweichen. Ihrer Meinung nach kann dieses Handelsmodell durch drei Besonderheiten, die alle eine Rolle bei der Verringerung von Konflikten spielen, zur Friedensförderung beitragen: Erstens ermöglicht der Handel auf einer Plattform die Vertrauensbildung zwischen Individuen über grosse Distanzen hinweg. Zweitens wird durch den Miteinbezug von Kleinst- und kleinen Unternehmen sowie Firmen in abgelegenen Gebieten ein breiter basiertes Wirtschaftswachstum erzielt. Nicht zuletzt wird auch eine Export-Diversifizierung möglich: Konfliktrisiken in fragilen Ländern, deren Export grösstenteils aus Rohstoffen besteht und somit anfällig auf Preisschwankungen ist, werden reduziert.

Berghof Foundation

Im Januar 2017 veröffentlichte die OECD ein gemeinsames Papier von zwei Forschungsteams bei der Berghof Foundation und Clingendael. Die Erstellung erfolgte im Auftrag von INCAF (International Network on Conflict and Fragility) und wurde vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert. Der Bericht evaluiert, wie bilaterale und multilaterale Geber für die Entwicklung ihr Engagement für inklusive und legitime politische Einigungen, die im New Deal für das Engagement in fragilen Staaten formuliert wurden, umgesetzt haben. Im Bericht wird auf der Grundlage empirischer Daten aus vier New Deal-Pilotländern (Afghanistan, Somalia, Südsudan und Osttimor) kritisch geprüft, inwiefern die Geber fähig sind, ihr Verständnis und die Umsetzung der Entwicklungspolitik auszuweiten. Eine Reihe von Empfehlungen soll den internationalen Initiativen zur Staatenbildung und Friedensförderung ermöglichen, die Realitäten von bruchstückhaften und umstrittenen Regierungen in fragilen und konfliktbetroffenen Kontexten besser anzuerkennen und damit zu arbeiten.

Erstellung des Weltberichts über nachhaltige Entwicklung

Vor seinem Rücktritt als UNO-Generalsekretär beauftragte Ban Ki Moon 15 renommierte WissenschaftlerInnen und ExpertInnen mit der Erstellung des Weltberichts über nachhaltige Entwicklung. Dieser Bericht ist ein Schlüsselelement zur Nachverfolgung und Überprüfung des Fortschritts der Agenda 2030 und der Ziele für nachhaltige Entwicklung. Das Dokument wird 2019 erscheinen und soll als Leitfaden aus wissenschaftlicher Perspektive dienen, um die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung und der Agenda 2030 unter der Berücksichtigung wirtschaftlicher, umweltbezogener und sozialer Dimensionen zu unterstützen. Es wird für zahlreiche Interessensgruppen wie Wirtschaft, Zivilgesellschaft und die breite Öffentlichkeit zugänglich sein. Zu den 15 Mitgliedern der Gruppe von unabhängigen WissenschaftlerInnen gehört auch Peter Messerli, Professor für nachhaltige Entwicklung und Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt der Universität Bern. Er wird in der Gruppe den Co-Vorsitz innehaben.