N° 151
Juni 2017
Swiss Initiative Im Sudan setzen Kunst und Kulturinitiativen einen Prozess der Offenheit in Gang. „Swiss Initiative - culture projects“

Der Sudan befand sich zwischen 1983 und 2005 im Bürgerkrieg und steht seit 20 Jahren unter Sanktionen eines Embargos durch die USA und die EU. Rund 18 Millionen Kinder und Jugendliche leiden unter Armut und der Isolation der internationalen Gemeinschaft. Ihnen bleibt oft keine andere Wahl als Migration oder Flucht in den Extremismus.

Mit der Annahme, dass Kunst und Kultur einen Prozess der Offenheit in Gang setzen und somit einen Nährboden für Frieden schaffen, hat der Verein „Swiss Initiative – culture projects“ (SI) 2013 eine nachhaltige Kultur- und Bildungskooperation mit dem Sudan aufgebaut. Dies auch dank einem UNESCO Patronat, der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und dem Goetheinstitut. Mit einem Aktionsplan in vier Bereichen wurden unter anderem ein Film- und Theaterfestival lanciert, die Filmindustrie reaktiviert und Jugendlichen die Teilnahme an Workshops und der Anschluss an die internationale Gemeinschaft der Kulturschaffenden ermöglicht.

Als Folge war der Sudan 2016 in der Lage, ein Filmteam für die Kampagne des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen „Partnering Against Violent Extremism“ zu stellen. Das Ergebnis ist „Iman“, ein Interventionsfilm aus dem Sudan und von Sudanesen gemacht. Der Film trifft ins Herz der jungen Sudanesen, die mangels Perspektiven anfällig für die Rekrutierungsmaschen der Extremisten sind. Ende Juni wird er in Basel an der europäischen Konferenz für Afrika-Forschung mit anschliessender Diskussion vorgestellt.

Des Weiteren eröffnet der SI im Dezember 2017 das Internationale Kulturfestival zur Friedensförderung im sudanesischen Dorf Karmakol. Die UNESCO finanziert damit zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Projekt im Sudan. Mit dem Ziel, das Erfolgskonzept in weiteren Ländern umzusetzen und den gegenwärtigen Nord-Süd Ansatz mit einem Süd-Süd Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit abzulösen, wurde auch das „Nile Project“, eine kulturelle Bewegung in den 11 Nilländer zur Friedensförderung, ins Leben gerufen.