N° 151
Juni 2017
Training

Sommerschule: Südsudan – Lehren für die Friedens- und Konfliktforschung?

Wie kann die Friedens- und Konfliktforschung zum Verständnis der Konfliktdynamik im Südsudan beitragen und wie bringen Erkenntnisse aus dem Südsudan die Forschung voran? Die 5-tägige Sommerschule von swisspeace vermittelt einen Überblick über die aktuellen akademischen und politikbezogenen Debatten über Konfliktlösung, Friedensförderung sowie Staatsaufbau und erörtert deren Relevanz für den Kontext Südsudan.

Welche Entwicklung hat der Südsudan seit der Unabhängigkeit 2011 durchlaufen? Wer sind die relevanten Akteure? Welches sind die aktuell treibenden Kräfte des Konflikts? Wie steht der fortdauernde bewaffnete Konflikt mit vorangegangenen Bürgerkriegen im Zusammenhang und welche Erkenntnisse können aus Einsätzen für Friedensförderung und Staatsaufbau, die noch vor der Unabhängigkeit durchgeführt wurden, gewonnen werden? Welche Rolle spielte der jüngste von IGAD geleitete Mediationsprozess? Wie können die dem Konflikt zugrunde liegenden Ursachen angegangen werden und welche Funktion haben externe Akteure in diesem Prozess?

Die Teilnehmenden dieser Sommerschule vertiefen sich in verschiedene, im Südsudan relevante Themenfelder wie Staatsaufbau, lokale Gouvernanz, Friedensmediation, Zivilgesellschaft sowie Schutzverantwortung. Zu diesem Zweck arbeiten sie mit Fallstudien, führen Experteninterviews und reflektieren zukünftige Entwicklungsszenarien für den Südsudan. Die swisspeace Sommerschule ist ein Modul im Rahmen des von swisspeace und der Universität Basel angebotenen Master of Advanced Studies (MAS) in ziviler Friedensförderung.

Experten:
Prof. Jok Madut Jok, Department of Social Anthropology, Universität Juba und Sudd Institute, Juba, South Sudan
Prof. Dan Large, School of Public Policy, Zentraleuropäische Universität
David Lanz, Head of Mediation program, swisspeace
Martina Santschi, Senior Researcher in the Statehood program, swisspeace
Franziska Sigrist, swisspeace (Koordination)

Ein bewegtes Jahr: swisspeace & KOFF

swisspeace kann auf ein spannendes Jahr 2016 zurückblicken, in dem sich zum ersten Mal die neue Strategie 2016-2020 entfaltete. Der Jahresbericht legt den Schwerpunkt auf die Diskussion der thematischen Schwerpunkte Mediation, Staatlichkeit und Vergangenheitsarbeit und geht auch auf den politischen und methodologischen Teil ein. Das Leitprinzip dieser neuen Strategie ist die des „leichten Fussabdruckes“, das vornehmlich lokale Organisationen im Friedensförderungsprozess in der Verantwortung belässt und swisspeace eher eine beratende Funktion zukommen lässt. Im Jahresbericht zeigt sich anhand von Fallbeispielen in Kolumbien, Myanmar und Tunesien, dass swisspeace somit Raum für Diskussion und Beratung schaffen kann, ohne dabei das grosse Rampenlicht zu suchen, und effektivere und nachhaltigere Friedensarbeit leistet.

Für die Schweizer Plattform für Friedensförderung KOFF standen im Jahr 2016 zwei brennende Fragen im Zentrum: Wie kann sie ihren politischen Einfluss vergrössern und wie kann die internationale Vernetzung besser genutzt werden, um den Raum der Friedensförderung zu vergrössern und innovativer zu gestalten? Die Beantwortung dieser Fragen geleitet durch den Jahresbericht 2016 insbesondere mit der Diskussion des Waffenhandels in der Schweiz, aber auch über die Bedeutung und Umsetzung der UN Agenda 2030 für die Zivilgesellschaft. Eine gute Friedensförderung verlangt ein neues Denken ausserhalb der gesetzten Grenzen und genau dafür eignet sich die Plattform KOFF als Instrument, denn sie vereint fast 50 Organisationen mit Aufträgen und Stärken in unterschiedlichen Bereichen. Die im Jahresbericht vorgestellten Projekte unterstreichen diesen positiven Eindruck.